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So viel Arabisch steckt im Saarländischen und damit im Rodener Dialekt

Viele der Worte, die arabischen Ursprungs sind, wurden im Laufe der Jahrhundert so vielen lautlichen Varianzen ausgesetzt, dass man das zu Grunde liegende Etymon in seiner arabischen Grundform kaum mehr erkennen kann. Was sicherlich auch darin begründet ist, dass das Saarland doppelt und dreifach massiv vom Deutschen und Französischen inerviert wurde und diese Sprachen wiederum selbst die Begriffe als Lehnworte in die entsprechende Lexik aufgenommen haben (Status somit bestenfalls als Sekundär-, Tertiär- und Quartärquellen) . Von den arabischen Einwandern der letzten Jahrzehnte einmal ganz abgesehen, wären diese doch schon fast als Primärquellen bzgl. der richtigen Aussprache und Schreibweise der Worte anzusehen.

Einige Beispiele für ursprünglich arabische Ausdrücke, die wir so auch im Saarländischen, als deutschem Dialekt, finden: Algebra, Adel, Alchemie, Alkohol, Arsenal, Artischocke, Fanfare, Gala, Gibraltar, Gitarre, Jacke, Kabel, Kaliber, Kandare, Karaffe, Kaffee, Konditor, Lack, Lärche, lila, Limonade, Magazin, Mandoline, Marzipan, Maske, Massage, Mosaik, Matratze, Mütze, Orange, Razzia, Risiko, Sirup, Tambour, Tarif, Tasse, Technologie, Heckmeck, Watte, Ziffer, Zwetschge.

Schauen wir uns doch meine beiden ganz persönlichen Lieblingsbeispiele an.

Einmal den Begriff „Heckmeck“, häufig verwendet in der Form „mach nicht so ein Heckmeck“. Das arabische Etynom lautet „haqi milki“. Als Übersetzung hierfür könnte man „mein Eigentum“, „mein Recht“ oder „mein Besitz“ angeben.

Zum anderen das „X“ der Naturwissenschaftler, dass eine Unbekannte repräsentiert. Hat es Sie nicht auch gewundert, als Sie in der Schule waren, wieso man dafür zur Repräsentation der Unbekannten auf das „X“ zurückgreift? Und das nachweislich seit Ende des 10., Anfang des 11. Jahrhunderts.

Nun, das zu Grunde liegende Etynom lautet „schei“ [:ksei], damals geschrieben als „xei“, abgekürzt zu „X“. Eine mögliche Übersetzung des arabischen „schei“ wäre „ein Ding“, „eine Sache“ oder „ein Gegenstand“.

 

Schon interessant, was selbst im Saarländischen, als deutschem Dialekt, so alles aus der arabischen Sprache steckt, oder?

 

Dr. Andreas Neumann

 

 

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