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Rodena THV: 1866 - ein Schicksalsjahr für Roden

 

(phelan) Roden zählte im Jahr 1866 2.943 Einwohner gem. der Erfassungliste der preußischen Verwaltung in Saarlouis. Einige Rodener befanden sich, als Teil des preußischen Heeres bei Königkrätz, die Familienangehörigen zu Hause waren entsprechend in Sorge. Doch schon bald sollten es auch die Soldaten sein, die sich um ihre Familien zu sorgen hatten.

Denn am Donnerstag vor der Donatuskirmes des Jahres 1866 erkrankte Frau Barbara Ferry (gem. Liste Pf.Fr/Ro: Ehefrau v. Kiefer, Matthias) an der Cholera. Sie überstand diese Krankheit, doch Roden stand ab diesem Zeitpunkt unter Quarantäne (siehe preuß. Reg. IV), dem einzig wirkungsvollen Mittel zur damaligen Zeit eine epedemische Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.

Die Mortalitätsziffer bei Cholera, auch Gallenbrechdurchfall, liegt zwischen 20 und 70 Prozent. Ob die Infektion nun durch mit Vibrio Cholerae konterminierte Nahrung oder Trinkwasser erfolgte, kann aus heutiger Sicht nicht geklärt werden, da aus 1866 solche Nachforschungen fehlen. Man wusste von dem Bakterium an sich noch nichts. Mit Hinblick auf die Gerberbetriebe am Millenbach (Ellbach) liegt jedoch die manchmal geäußerte These des konterminierten Wassers recht nahe. Fakt war aber: die Cholera hielt Roden rund drei bis vier Monate fest im Griff, am Ende starben 166 Einwohner - Kinder, Frauen und Männer. Knapp 6 Prozent der Bevölkerung Rodens, das damit sogar noch vergleichsweise glimpflich davon gekommen war.

Wenn auch die Verwaltung sicherlich alles unternahm um der Bevölkerung zu helfen, und eine Betrachtung der Versuche sicherlich interessant wäre, geht es hier um eine spezielle Person: den damaligen Pfarrer Philipp Thirion, der von 1838 bis 1888 als örtlicher Seelsorger in Roden tätig gewesen ist und auch dort verstarb. Er war in den drei, vier Monaten des akuten Seuchenausbruchs die gute Seele seiner Gemeinde. Er kümmerte sich aktiv um die Betreuung der Kranken mit, er spendete die Sakramente, er spendete Trost und Hoffnung; und gerade Hoffnung half sicherlich so manchem Erkrankten wieder zu genesen. Am Ende waren es 44 Menschen, die die Cholera überstanden. Pfarrer Thirion selbst erkrankte, trotz seiner zahlreichen Kontakte mit erkrankten Personen, nicht.

Die Würdigung seines Engagements durch die Bevölkerung entsprang also der Tatsache, dass der damals 67jährige seiner Gemeinde in den Stunden der Not als treuer Hirte zur Seite stand. Und so ist seine persöliche Ehrung in Form des Namens der "Thirionstraße" vollauf gerechtfertigt.

In Erinnerung an die Cholera und deren Opfer wurde an der Ecke Dieffler-Loris-Straße das Cholerakreuz errichtet, dass aber den 2. Weltkrieg nicht überstand; geblieben ist lediglich eine Skizze von Joachim Pathen, die man u.a. über das SZ-Archiv beziehen kann.

 

 

 

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