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Rodener Ziegelei - eine kleine wirtschaftliche Betrachtung

 

Bis 1965 befand sich in Roden, genauer am Ellbach, die Ziegelei Ehl-Stein.

Seit 1880 wurden hier Ziegel, in echter Handarbeit und somit im besten Sinne des Begriffes Manufaktur (lat. manus - Hand, lat. facere - erbauen, tun, machen, herstellen) hergestellt.

Als Rohstoffquelle diente das nahe gelegene Lehm- und Tonvorkommen in der "Lehmkaul" (vgl. Walter Schmolenzky), der Standort auf dem Gelände der alten Lohmühle weist überdeutlich darauf hin, dass auch genügend Brennmaterial in Reichweite war. Ein idealer Ort.

Die Ziegelei wies einen typischen Aufbau auf. Sie bestand aus einem Hauptgebäude mit Gerätschaften für Strang-, Revolver- und Trockenpressverfahren sowie verschiedenen Öfen und einem mit letzterem verbundenen Schornstein.Auf Freiflächen befanden sich die Freilufttrockner.

Es war also trotz der obigen Fachbegriffe eine archaische Technik, die dort Anwendung fand und die mit modernen Industriemechanismen mehr komplettiert, als ersetzt wurde. So wurde der Lehm in den ersten Jahren noch von Hand, also ganz im Zeichen der uralten handwerklichen Kunst, wie sie die Kelten und Germanen schon nutzten, abgebaut und mit Pferdewagen zur Ziegelei gebracht. Erst in der zeitlich später anzusetzenden und als direkte Übergangsphase zu bezeichnenden Manufakturzeit, wurden Schaufelbagger und Feldbahn eingesetzt, um nur einige fabrikmäßige oder -kennzeichnende Elemente aufzuzählen.

Die wohl fiskalisch einträchtigste Zeit der Ziegelei war die direkte Nachkriegszeit, genauer die Jahre 1945 bis 1955. Bedingt durch die gnadenlosen Bombardements und die damit einhergehenden Kriegsschäden, bestand ein hoher Bedarf an Baumaterial, der im Gegensatz zur nahen Gauregion nicht mit Baumaterial von einer nahen Burg kompensiert werden konnte.

Die Schließung der Manufaktur hatte auf den Gewerbe- und Industriestandort Roden keinen Einfluss, da die Mitarbeiterzahl im direkten Verhältnis zu den Absätzen nach 1955 stetig sank. Grube und Hütte dominierten schon als Arbeitgeber.

Dr. Andreas Neumann

 

 

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