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Rodena ePapers: Update: Na, na... also SZ :) Rodunum ist doch nicht per se ein keltisches Nomen, sondern ein lateinisiertes Kompositum mit keltischem Verbalpräfix

 

 

‎(webred) Sorry, Werksartikel statt Endfassung gestern eingestellt. Fehler hiermit behoben.

Der Terminus Rodunum, wie er u.a. in typischen gallo-römischen Namen wie Ebu-rodunum vorkommt, hat selbstverständlich keltische Wurzeln, ist nicht desto trotz eine lateinisierte Form; spricht unterliegt flexionsmäßig der Standard-o-Deklination, Neutra.

rodunum, roduni, roduno...

Der Sprung von Rodunum nach Roden ist doch ein bisserl komplizierter, als rein einen Begriff aus einem gallo-römischen Umfeld zu postulieren. Aber schauen wir uns mal den Begriff genau und in Ruhe an.

Analog zu Mogontiacum, dort findet sich übrigens der Keltengott Mogonos wieder, somit MOGON<-grie. Endung><+tiacum>, kann man Rodunum auf Ro<+dunum> zerlegen.

Warum denn aber hier das d zum Suffix des Kompositums?

Nun, zu den ganz typischen keltischen Namenselementen, die zwar manchmal noch in Topo- und Hydronymen erkennbar sind, wie z.B. -briva "Brücke", -ritum "Furt", -briga "Festung"/"Fels" (genau: Sarabriga - Fels/Festung im Fluss!) gibt es auch noch -dunum, -durum die als Suffixe zwar auch Festungen bezeichnen können, dabei aber immer auch noch Siedlungen miteinbeziehen.
Wobei man hier den Begriff Festungen noch stärker relativieren sollte: es war ein befestigter Ort, eine leicht zu verteidigende Anhöhe, ein Hügel; ein Analogon finden Sie bei Lugdunum, hier stand natürlich der Keltengott Lug Pate[1].

Und zu allem Überfluss steht das -dunum sogar nur für eine Umzäunung, also Einfriedung, ergo ein ganz, ganz kleines Festungschen. Ok, Karten auf den Tisch: es handelt sich um eine umzäunte Ansiedlung auf einem Hügel. Punkt, aus, basta ;-) Also bitte nicht Otzenhausen in Roden vermuten.
Die bisherigen keltischen Funde verweisen auch eher Richtung Steinrausch, im heutigen Roden somit bildlich eher einige Höfe mit Umzäungung anzusetzen.

Ro-dunum oder Ro-durum also; entweder also ein Kompositum mit dem nicht ganz unproblematischen Verbalpräfix ro, was wenig Sinn macht[2], oder eine reine Abkürzung der gallorömischen Göttin Rosmerta, deren Verehrung gerade auch im Südwesten Deutschlands gut durch Bodenfunde belegt ist.

Kleiner, hoffentlich amüsanter Einschub. Ro-smerta ist mit hoher Wahrscheinlichkeit selbst eine Verbpräfix-Bildung mit dem nicht immer ganz unproblematischen RO. Smerta steht für "Fett", "Schmiere", "Mark"; somit erhält man also bei der Übersetzung der NP: "die /gut,genügend/ Eingefettet/Eingeschmierte" ;-)[3]

Nun steht man also mit einem Rodunum dar. Man könnte sich nun behelfen, in dem man postuliert, dass die französische Sprache das Suffix -dunum zu -don umlautet, wie man an Minnodunum => Moudon und Eburodunum => Yverdon erkennen kann.[4]

RO-dunum => frz. RO-don, "dt". RO-den [5]

Na, bis sich im Deutschen das Roden hielt, da geht noch etwas Zeit dahin. Und das Rodena kommt trotzdem und zwar im Mittelalter.

Nun ist es aber immer noch so, dass der Name Roden auch vom keltischen rott oder rotten [:roden] herrühren kann. Dann ist die Folge Roten, Ro[dt]en/a, Roden/a ebenso gut oder schlecht möglich wie die Herkunft von "das gut Gezäunte" (Üv: rodunum) . Denn die Gegend rund um Saarlouis war nun mal sumpfig. Auch die Herleitung von "roden", also Feld, im Gälischen noch als "Rot" vorkommend, wäre denkbar und stimmig; hierzu sei auf die Ausführung von G. J. Richter in "Keltische Wurzeln in europäischen Sprachen: Sprache als Zugang zur Geschichte" verwiesen.

Von diesen kurz dargestellten Ansätzen abgesehen, gibt es noch weitere Kandidaten zur Namensherleitung. Und somit geht der Stoff für "hitzige" Diskussionen so schnell nicht aus; dies kann man auch daran festmachen, dass die unterschiedlichen Herleitungen an anderen Roden (z.B. der Stadt) nachweislich seit 1892 von Zeit zu Zeit immer mal wieder hochbrodeln. Wir machen hier aber nun einfach mal ein, genau, ENDE :)

[1] Nicole Jufer ea.: Répertoire des dieux gaulois, Paris 2001.

[2] Johannes Lohmann: Das Verbalpräfix ro- im Keltischen als allgemein-sprachwissenschaftliches Problem, Celtica 3 (1956), S. 311-16.

[3] vgl. http://bit.ly/Wh5zcA [eingesehen am 29.01.2013].

[4] Paul Aebischer: Minnodunum, Moudon et Eburodunum, Yverdon, Champion 1927.

[5] Vorlesungsskript „Keltische Begriffe in der deutschen Sprache“, Prof. Demske, Universität des Saarlandes, 2005.

30.01.2013+31.01.2013

 

 

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