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Sebastianusbruderschaften

Sebastian (* in Mailand oder Narbonne; † um 288 in Rom), war ein römischer Soldat und wurde zu einem christlichen Märtyrer. Der heilige Sebastian war schon immer ein beliebter Heiliger. Sebastian ist der Schutzheilige gegen die Pest, da man seiner Fürbitte das schnelle Erlöschen der Pest 680 in Rom zusprach. Sebastian ist Patron der Sterbenden, Eisenhändler, Töpfer, Gärtner, Gerber, Bürstenbinder, Schützenbruderschaften, Soldaten, Kriegsinvaliden, Büchsenmacher, Eisen- und Zinngießer, Steinmetze, Leichenträger und Brunnen; gegen Pest und Seuchen.

Gedenktag: 20. Januar (nichtgeboten)

 

Als Reaktion auf die "orientalische Pest" und andere Seuchen enstanden nach 1400 die Sebastianusbruderschaften in vielen Teilen Europas, so auch in Roden. Die Verehrung des Hl. Sebastianus (auch Sebastian s.o., also ohne lateinische Flexionsendung) spielte im religiösen Leben der Pfarrei eine wichtige Rolle, war er doch zudem auch Schutzpatron des Ortes.

Mit Stand 2009 besitzt die Pfarrei eine Statue des Hl. Sebastianus aus der Barockzeit, die man auch als "Pestheiligen" bezeichnet.

Die Sebastianusbruderschaften (fraternitates sebastiani) waren aber nun keine lammfrommen Gebetskreise.

Im Gegensatz zu den Marienbruderschaft, denen eine religiöse Bedeutung zukam, verband die Sebastianusbruderschaft(en) zugleich einen militärischen Zweck. Während ursprünglich jeder Freie heerbannpflichtig war, übernahmen später die Ritter immer mehr die Rolle des Volksheeres, als militärische Repräsentanten. Da man jedoch auch bei den Rittern normale Infantrie, sie selbst waren ja die Vorläufer der Kavalerie, benötigt, wurde das Volksheer nie ganz verdrängt. Das aufkommende Landesfürstentum pflegte so die Landmiliz in Friedenszeiten, die durch Schützen in Kriegszeiten ergänzt wurde, und die als eine Art Polizei fungierte. So hatte sie u.a. die Aufgabe herumstreifende Söldner in Gewahrsam zu nehmen.
Die Ausbildung der Landeswehr übernahmen die Schützengesellschaften, die sich meist unter dem Schutz des Heiligen Sebastianus, der als Befehlshaber der kaiserlichen Leibwache am 20. Januar 288 den Martertod erlitt, als Sebastianusbruderschaften auftaten. Und natürlich wurde, wie auch von studentischen Burschenschaften späterer Jahre, die Geselligkeit großgeschrieben.

Dr. Andreas Neumann

 

 

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