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Der Silberbaum in den Saarwiesen

Früher gab es in vielen Ortschaften, meistens in der Dorfmitte, eine Dorflinde, die allgemeiner Treffpunkt für die Dorfbewohner war. Hier blühte der Dorfklatsch und die neuesten Nachrichten wurden ausgetauscht. Außerdem war die Linde beliebter Treffpunkt für die Dorfjugend. Unter ihr wurden die ersten zarten Bande zwischen Jungen und Mädchen geknüpft, die später oft in einer Ehe endeten.

In Roden gab es meines Wissens keine Dorflinde.

Dafür gab es in den Saarwiesen, nahe der heutigen Autobahnbrücke, auf dem Flurstück Pontacker, eine uralte stattliche Buche. Die Wiese nannte man “Pontacker“, weil hier früher eine Fähr- Pontonverbindung über die Saar bestand.

Dicht belaubt, mit weit ausladenden Ästen stand dieser herrliche Baum wie ein Solitär inmitten der ansonsten baumlosen Wiesen. Unter seinem dichten Blätterdach suchten die Menschen während der Heuernte Schutz vor der Sonne und Zuflucht bei Regen und Sturm. Den kleinen Vögeln bot er Nist- und Ruheplatz, dem Bussard einen idealen Ansitz für die Jagd in den weiten Wiesen. Wie durch ein Wunder hat in all den Jahren nie ein Blitz in den völlig frei stehenden Baum eingeschlagen. Sollte an der Redewendung: “Bei Gewitter die Eiche meiden und die Buche suchen,” doch etwas dran sein?? Wer weiß das schon??

Was die Dorflinde in anderen Ortschaften für die Dorfgemeinschaft war, war für die Jugend in Roden, insbesondere für die jungen Leute aus dem Unterdorf, die Buche in den Saarwiesen. Der Stamm war übersäht mit eingeritzten Namen und Herzen. Viele hatten sich in seiner Rinde verewigt. Vielleicht kann sich die ein oder der andere, vorwiegend aus den Jahrgängen 1924 - 1930, noch an die seinerzeit unter dem Baum abgegeben ewigen Treueschwüre und Versprechungen erinnern? In meiner Erinnerung hatte der Baum eine fast magische Ausstrahlung, die durch die Erzählungen meines älteren Bruders noch genährt wurden.

Er und seine Freunde ließen mich nämlich in dem Glauben, unter dem Baum sei ein Silberschatz versteckt. Daher auch der Name “Silberbaum”.

Ich weiß nicht mehr, wie oft ich mit einem Nachbarjungen nach dem Schatz suchte? Wir fanden ihn ebenso wenig, wie den angeblichen Geheimgang aus dem Schlosshof in der Herrenstrasse, der nach den Erzählungen der Alten unter der Saar zum Limberg führen soll.

Irgendwann, ich glaube nach den großen Hochwasser Weihnachten 1949, war der Baum dann plötzlich verschwunden und mit ihm eine weitere, schöne Kindheitserinnerung.

Ahnen- und Heimatforscher Walter Schmolenzky

 

 

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