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Walter Schmolenzky

Alle Texte auch auf walter-schmolenzky.de, der privaten Website des bekannten Rodener Ahnen- und Heimatforschers.

 

 

In alten Büchern und Zeitschriften geblättert: Der „Mocken Schang“

(Walter Schmolenzky) Der „Mocken Schang“ - Wie der Gastwirt Johann Gergen, genannt der „Mocken Schang“, militärischen Ruhm erlangte

Johann Gergen, den man wegen seiner rundlichen-mockeligen Figur einfach nur den „Mocken Schang“ nannte, stammte aus einer alten traditionsreichen Gastwirtsfamilie aus Roden. Das Geburtshaus stand in der Herrenstrasse, das vielen älteren Rodenern noch als das Vereinshaus in Erinnerung ist. Hier wurde er am 14. 11. 1840 geboren. Im Deutsch Französischen Krieg gelangte der „Mocken Schang“zu militärischen Ehren. In der Schlacht bei Sankt Quentin in Nordfrankreich erhielt er 1871wegen besonderer Tapferkeit das Eiserne Kreuz und wurde zum Unteroffizier befördert. Eine militärische Auszeichnung der ganz anderen Art wurde ihm darüber hinaus noch viele Jahre später durch die Admiralität des Kaisers zuteil. Und das kam so:
Nach dem Krieg heiratete er in die alte Dillinger Gastwirtsfamilie Becker ein und führte erstmals das begehrte Münchener Bier ein. Das Gasthaus in der Saarlouiser Strasse trug daraufhin den Namen „Münchener Kindl“. [1] Rührig und geschäftstüchtig, wie der „Mocken Schang“ einmal war, richtete er neben dem Gasthof noch eine Schnapsbrennerei ein, in der er seinen bis weit über die Grenzen der Saarregion hinaus bekannten Magenbitter herstellte. Im Zusammenhang mit den Ausfuhren der weltbekannten Panzerplatten der Dillinger Hütte an die Kaiserliche Marine wurde auch sein Boonekamp nach dort geliefert. Die Marine Admiralität gab dem Magengetränk - wohl wegen seines ausgeprägten Schutzes gegen Angriffe auf den Magen durch Magensäure - in Anlehnung an die Panzerplatten den Namen: „P a n z e r - F r e g a t t e n b i t t e r“. Nach 1900 wurde das Getränk dann nach alter Tradition unter dem Namen „A d m i r a l B o o n e k a m p vertrieben.

[1] Geschichte der Stadt Dillingen Saar, 1968, Das (Alte) „Münchener Kindl“

03. Januar 2012

 

In alten Büchern und Zeitschriften geblättert

(Walter Schmolenzky) In alten Büchern und Zeitschriften geblättert
Interessantes aus längst vergangener Zeit (von Walter Schmolenzky)
Quelle: Saarländische Volkszeitung Nr.: 134 „Stimmen der Heimat“
vom 12. 06. 1954

Das Gräberfeld am Friedensweg zu Saarlouis
Vom Kriegsweg zum Friedensweg??

In seinem Aufsatz : „Das Gräberfeld am Friedensweg zu Saarlouis“ schreibt Pfarrer Carl Roderich Maria Richter 1954 in der SVZ, dass der Friedensweg in Saarlouis, früher Kriegsweg genannt wurde. Richter lässt dabei offen, ob die Umbenennung mit dem Anfang der fünfziger Jahre bei Ausschachtungsarbeiten im Bereich des Friedensweges gefundenen Gräberfeldes zusammenhängt, das nach Richter aus der Zeit um 1813 stammt und mit dem es folgende Bewandtnis auf sich hat:

„Es war im Jahre 1813, Napoleons Feldzug gegen Russland war gescheitert. Die anfangs ruhmreiche Armee war geschlagen und befand sich auf dem Rückzug. Saarlouis war damals Sammelplatz und Auffangstation für die zurück flutenden Soldatenmassen in Richtung Frankreich. Auf Schiffskähnen wurden die verletzten und todkranken Soldaten zu Hunderten auf dem Wasserwege von Trier auf Mosel und Saar in die Garnisonsstadt transportiert. Die Stadt und das damalige Gesundheitswesen waren mit dieser Situation völlig überfordert. In mehreren aufwühlenden Berichten (nachzulesen u. a. in Richters Aufsatz und bei Georg Baltzer, „Historische Notizen über Saarlouis, 1979, S. 61 ff) schilderte der damalige Maire Reneauld den verantwortlichen Militärs die Not und das Elend in seiner Stadt und bat um Unterstützung. Die Hilferufe blieben weitestgehend ungehört. Während sich die meisten der hohen Offiziere im Gefolge des Kaisers nach Frankreich absetzten, kümmerten sich die Einwohner der Stadt, allen voran Proviantmeister und Besitzer des Souty-Hofes, Francois Souty, selbstlos um die vielen verletzten und todkranken Soldaten. Dennoch konnte ihr aufopferungsvoller Einsatz das große Sterben nicht verhindern. Der Tod und eine einhergehende Seuche hielten unter den Soldaten und unter der Bevölkerung reichlich Ernte, so dass die Toten in Massengräbern vor dem Deutschen Tore, im Bereich des heutigen Friedensweges, beigesetzt werden mussten.
Richter schließt seinen Aufsatz mit den Worten:

„Die Skelette und Totengebeine, die kürzlich im Gräberfeld am Friedensweg zu Saarlouis freigelegt worden sind, wurden wieder der Erde anvertraut. Wir kennen keine Namen, aber Gott kennt sie alle“.

Anmerkung:
Im Zusammenhang mit dem Gräberfeld bin ich beim lesen bei Baltzer darauf gestoßen, dass sich unter den napoleonischen Truppen auf ihrem Rückzug auch Dragoner aus einem russisch-polnischen Regiment Namens „Smolensk“ befanden. Nach dem „Journal du Blocus de 1814“ ist auch von einem Scharmützel am 4. Juli 1814 zwischen Dragonern dieses Regimentes und Douaniers in Saarlouis die Rede. [1]
Für mich waren diese Informationen sehr interessant. Nach alten Familienaufzeichnungen soll der Name „Schmolenzky“ nämlich von russisch polnischen Soldaten in Zusammenhang mit dem Napoleonfeldzug stammen. In meiner Ahnen- und Namensforschung bin ich hierauf näher eingegangen.

[1] vgl. Baltzer, Historische Notizen über die Stadt Saarlouis, 1979, S. 78

23. Oktober 2011

 

 

Aus dem alten Rodener Flurbuch Anno 1699

(Walter Schmolenzky) Früher war es in den Dörfern üblich, nach dem Jahrgeding (Tagung des alljährlichen Dorfgerichtes) oder bei aktuellen Grenzstreitigkeiten eine „Bannbegehung“ im Gemeindegebiet durchzuführen. Dabei wurden die Gemarkungssteine und der richtige Verlauf der Gewannen- Flur- und Banngrenzen überprüft.

Neben den Dorfältesten und einer Abordnung durch die Obrigkeit (Notar, Schultheiß) musste auch die heranwachsende Jugend an der Begehung teilnehmen. Für letztere blieb eine Bannbegehung meist in schmerzlicher Erinnerung. Es war nämlich Brauch - so das Rodener Flurbuch aus dem Jahre 1699 „Terrier des toutes les terres arrables De Rhoden“ [1] den Heranwachsenden an besonders markanten Grenzpunkten eine deftige Tracht Prügel zu verabreichen, oder sie mit ihren Köpfen recht unsanft gegen Grenzsteine oder Grenzbäume anzustoßen, um ihnen auf diese Weise für spätere Grenzstreitigkeiten den genauen Grenzverlauf für immer einzubläuen.

So war es damals in Roden, vor mehr als 300 Jahren, man durfte nicht zimperlich sein, vor allem wenn man jung war.

[1] nach S. Delges „Roden im Wandel der Jahrhunderte“ 1933, S. 156, befand sich das Rodener Flurbuch im Rodener Pfarrarchiv

23. Oktober 2011

 

Update: Onner de lank Bäm



(Walter Schmolenzky) Die Aufnahmen zeigen eine Pappelallee auf der Rheininsel Grafenwerth an meinem Wohnsitz in Bad Honnef.

So, oder so ähnlich, sah früher einmal die Pappelallee zwischen der Rodener Schanz und der Udine am Stadtgarten in Saarlouis aus, die in der Rodener Dorfsprache nur die Strasse „Onner de lank Bäm“ genannt wurde. Zugegeben, die Bäume waren vielleicht nicht ganz so hoch und mächtig und die gepflegte Rasenfläche kann schwerlich mit den Wiesen in den Fliesen verglichen werden. Vielleicht gehen bei dem Vergleich auch Fantasie und Erinnerungen ein wenig mit mir durch. Dennoch: Die Fotos vermitteln meines Erachtens schon einen kleinen Eindruck von der ehemaligen Wegestrecke zwischen Roden und Saarlouis, der durch die im Hintergrund zu erkennende Anhöhe abgerundet wird. Hier erschließt sich dem älteren Betrachter, der sich noch an die Straße „Onner de lank Bäm“ erinnert, durchaus ein vergleichbarer Anblick aus den Fliesen auf die Höhenzüge des Limberges und den Gauhöhen (vgl. auch Grafik vom 1. Okt. 1907 zur Vereinigung Roden mit der Stadt Saarlouis).

Wie auch immer, für mich ist ein Spaziergang unter diesen herrlichen Bäumen auf der Insel Grafenwerth immer ein Spaziergang auf der alten Straße „Onner de lank Bäm.“

Galerie
07. Oktober 2011

 

 

 

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